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| Aero-Club Newsletter 09/2011 | 24. November 2011 |
| 35 Schülerinnen und Schüler gehen in die Luft | |
| Am 14. September haben 35 Kinder der 5. und 6. Klassen der Primarschule Hausen die Möglichkeit zu einem Segelflug benutzt. Das kam so: | |
| Vor einiger Zeit ist Hansueli Binz, der Obmann der Segelfluggruppe Skylark,. an mich herangetreten mit der Idee, für die Hausener Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen einen Jugendtag auf dem Flugplatz Hausen durchzuführen. Die Segelfluggruppe Skylark, eigentlich in Buttwil beheimatet, geniesst seit einem Jahr Gastrecht auf unserem Flugplatz. Man habe dies letztes Jahr in Buttwil mit Erfolg organisiert und es hätten 20 Schüler ihr Interesse angemeldet, das Segelfliegen näher kennen zu lernen. Ich war von dieser Idee natürlich begeistert und sagte meine Mithilfe sofort zu. Zuerst fragte ich in die Primarschule nach, ob eine solche Aktion auch die Unterstützung der Schulleitung hätte. Hatte sie. Der Schulleiter fand die Idee toll, und so konnte ich gleich am Tag darauf etwa 70 Kindern mit Dias und Powerpointpräsentation zeigen, wie ein Flugzeug fliegt, was es alles dran hat und wie schön die Welt aus der Luft sein kann. Zum Schluss fragte ich die Kinder, ob sie nicht Lust hätten, für 20.- Franken einen Segelflug zu machen. Praktisch alle streckten ihre Hände in die Höhe, was mich zu Stirnrunzeln veranlasste, denn mit dieser Anzahl Passagieren wären wir denn doch überfordert gewesen. Die schriftliche Anmeldung ergab, dass sich immer noch 35 Knaben und Mädchen gerne in die Lüfte entführen lassen wollten. Auch diese Zahl stellte uns vor logistische Probleme. 35 Kindern innerhalb von vier Stunden einen Segelflug zu ermöglichen erforderte einen strengen Zeitplan. Eigentlich hätten wir gerne noch die Modellfluggruppe Affoltern a. A. eingespannt um mit den Wartenden ein kleines Modell zu basteln, aber es fand sich niemand, der diese Aufgabe übernehmen konnte. Kein Wunder, sind die Gruppenmitglieder doch momentan mit der Organisation der Modellflugtage auf dem Flugplatz Hausen beschäftigt. |
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![]() Bild 1 (Der Fallschirm wird angepasst) |
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| Am Morgen des 14. September mailte mir Hansueli Binz: Wir fliegen. Ich schaute hinaus. Draussen regnete es in Strömen und die Wolken hingen tief am Albis. Eigentlich gemein, denn der Tag davor war strahlend Blau und die Fernsicht überwältigend. Ich schickte mich drein. Um 11 Uhr begannen wir mit den Vorarbeiten im Regen.: die drei Doppelsitzersegelflugzeuge montieren, Schleppmaschinen auftanken, Tische und Bänke bereitstellen, Flugbillette vorbereiten etc. Schon kurz nach 12 Uhr erschienen die ersten Mädchen. Noch immer regnete es, aber wir waren optimistisch, dass diese Front doch auch bei uns abziehen würde. Um 13 Uhr hätten wir eigentlich beginnen wollen, doch daran war nicht zu denken, zu tief hingen die Wolken noch. So verschoben wir den Start auf 14 Uhr. Und siehe da: Der Regen liess nach, die Wolken stiegen etwas, so dass wir loslassen konnten. Schüler kurz instruieren, Fallschirm anziehen, ins Flugzeug setzen, Haube zu, Seil einklinken und ab gings mit der ersten „Ladung“ bis auf 1200 m hinauf. Manuela, Josiane und Davide durften als Erste in die Luft. Ich hatte Josiane an Bord und auf Grund ihrer Reaktionen während des Fluges genoss sie es sichtlich, wie übrigens alle Nachfolgenden auch! Leider konnten wir ihr Zuhause in Ebertswil nicht überfliegen, die Wolken hingen in dieser Gegend noch zu tief. Aber der Flug hat sie sehr beeindruckt und alle drei erzählten den nachfolgenden Passagieren mit Begeisterung und mit leuchtenden Augen, was sie soeben erlebt hatten. |
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![]() Bild 2 (Warten am Flugdienstleitertisch) |
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| Ungeduldig warteten derweil die anderen am Boden und winkten ihren Kameradinnen und Kameraden bei Start und Landung zu. Da auf dem Flugplatz praktisch kein Flugverkehr herrschte, konnten wir jeweils in der Gegenrichtung landen, das Flugzeug drehen, neu beladen und gleich wieder starten. Damit entfiel das zeitraubende Herumstossen der doch recht schweren Segelflugzeuge und wir konnten so unseren Zeitplan ziemlich genau einhalten. Um 18.33 landete der letzte Segler. Wir hatten es geschafft. Es war für uns Piloten ein wunderbarer Anlass. Die Kinder strahlten und keines zeigte irgendwelche Angst vor dem Fliegen. Als ich mit Scott Irvine mit 200 km/h gegen den Hochwachtturm hinabstach, jauchzte er vor Freude und wollte noch mehr! Alle Passagiere werden in den nächsten Tagen ein Zertifikt mit Bild erhalten, so quasi die Bestätigung der Lufttaufe in einem Segelflugzeug. Insgesamt 10 Schülerinnen und Schüler habe ich nacheinander in die Luft „entführt“ und ich muss gestehen: Segelfliegen hat mir an diesem Nachmittag so richtig Spass gemacht. Und erst den Kindern! |
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![]() Bild 3 (Der Schreibende mit Sarah Christen kurz vor dem Start) |
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| Text: Hans U. Schwendener Fotos: Köbi Möri, Zürich |
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